Die »Berliner Zeitung« über »Winternovellen« von Ingvild H. Rishøi

Und noch eine sehr schöne Besprechung der »Winternovellen« von Ingvild H. Rishøi:
Sabine Rohlf, »Es knirscht im Wohlfahrtsstaat«, in der Berliner Zeitung:

Rishøi erzählt aus der Perspektive ihrer Figuren, in einfachsten Worten und großer Präzision. Wir lesen, was alles schiefging und wie sich die Dinge zuspitzen, wie einer in der Kneipe hängen bleibt, obwohl der kleine Sohn schon fast vor der Wohnung steht, wie Geld zwischen Fingern zerrinnt, wie ein Backshop-Job Spaß machen und doch zu viel werden kann, wie eine Schülerin aufgibt. Rishøi zeigt dies alles als existenzielles Unglück, das es ja ist, lässt uns mitleiden, ja mitfiebern.

Vor allem aber gönnt sie ihren Figuren Beistand: Wenn die dralle Kneipenbekanntschaft dem Vater das dritte Bier wegnimmt, rettet sie ihn – zumindest ein bisschen, denn sein Problem ist natürlich größer. Gegen alle Wahrscheinlichkeit gibt es Hoffnung – ein bisschen märchenhaft, aber nie banal.

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