»Ich wäre als Schriftstellerin verlogen« – Interview mit Paula Bomer

Zu unseren neuen Büchern gehört auch der Roman der New Yorkerin Paula Bomer, NEUN MONATE, in der Übersetzung von Christine Koschmieder.

Ein besonders schönes Interview dazu führte Paula Bomer mit Emily Gould (auf deren Seite Emily Books).
EMILY GOULD: »Ich habe eine Freundin gefragt, die Literaturagentin ist, warum ihrer Meinung nach dieses großartige Buch nicht von einem größeren Verlag herausgebracht wurde und warum es, bisher, noch kein großer Bestseller ist. And sie sagte: ›Weil die Erzählerin, Sonia, am Ende nicht verdammt wird. Sie macht all die verrückten Sachen, und dann gibt es keine tragischen Konsequenzen. In der Bestseller-Version dieses Buches hätte die Erzählerin auf irgendeine Weise bestraft werden müssen.‹«

PAULA BOMER:»Richard Yates ist auch so ein Autor, der Charaktere schafft, die unglaublich menschlich sind – bei all ihren Mängeln. Trotzdem schreibt er schön über sie, mit Mitgefühl. Und das war es, was ich offenbar auch versucht habe. Vielleicht ein wenig forciert, um bei den Lesern die Grenzen der Empathie auszutesten. Zudem ist mein Buch eindeutig eine Satire – daher all die lustigen und leicht übertriebenen Abschnitte. …

Aber den größten Einfluss auf Neun Monate hatte Philip Roth, besonders die Figur des Nathan Zuckerman in den Zuckerman-Büchern. Er lässt seinen Protagonisten die verrücktesten Sachen machen – er ist auf Drogen, er ist in einem Flugzeug und gibt vor ein Pornograf zu sein – da ist eine Wildheit, obwohl das Thema ernst war. Ich war besessen von diesen Büchern. Ich kam immer wieder auf sie zurück. In Neun Monate gibt es eine Figur, Philbert Rush, das ist meine fiktionale Beziehung zu Philip Roth. …

Jemand meinte, ich sollte mir doch überlegen, welche Wirkung mein Schreiben auf meine Kinder haben würde – was meine Kinder wohl denken würden. Wenn ich mir darüber den Kopf zerbrechen würde – die Arbeit, die ich machen will, würde ich dann nicht tun. Ich wäre als Schriftstellerin verlogen.«

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